Regenklärbecken — StormWater Solutions

Ein Regenklärbecken ist ein Absetzbecken im Trennsystem, in dem Niederschlagswasser von befestigten Flächen vor der Einleitung in ein Oberflächengewässer mechanisch behandelt wird. Durch Sedimentation werden absetzbare Feststoffe und die daran gebundenen Schadstoffe zurückgehalten, eine Tauchwand hält Schwimmstoffe und Leichtflüssigkeiten zurück. Die Abkürzung lautet RKB; unterschieden werden Becken mit und ohne Dauerstau. Typische Einsatzorte sind Außerortsstraßen, Autobahnen sowie Gewerbe- und Industrieflächen. Die Behandlungsbedürftigkeit ergibt sich aus DWA-A 102-2/BWK-A 3-2, für Straßen aus den Richtlinien für die Entwässerung von Straßen (REwS), die die RAS-Ew abgelöst haben. Konstruktive Anforderungen enthält DWA-A 166. Ausgeführt werden Regenklärbecken als offene Erdbecken oder als geschlossene Betonbauwerke.

Aufgabe und Wirkungsweise des Regenklärbeckens

Niederschlagsabfluss von Verkehrs- und Gewerbeflächen enthält Reifen- und Bremsabrieb, Straßenstaub, Schwermetalle, Mineralölkohlenwasserstoffe und im Winter Streustoffe. Ein großer Teil dieser Stoffe ist an Feststoffe gebunden und lässt sich durch Sedimentation abtrennen. Im Regenklärbecken wird die Fließgeschwindigkeit so weit verringert, dass sich Partikel absetzen können, während das geklärte Wasser über eine Ablaufschwelle hinter einer Tauchwand abläuft.

Das Becken wird für einen kritischen Zufluss bemessen, der den überwiegenden Teil der jährlichen Abflussmenge erfasst. Größere Zuflüsse werden über ein vorgeschaltetes Trennbauwerk oder einen Beckenüberlauf am Absetzraum vorbeigeleitet, damit abgesetzter Schlamm nicht ausgespült wird. Häufig wird das Regenklärbecken mit einem Regenrückhaltebecken kombiniert: Das Klärbecken übernimmt die stoffliche Behandlung, das nachgeschaltete Rückhaltebecken die Drosselung der Einleitmenge. Für kleinere Einzugsflächen werden statt eines Beckens zunehmend dezentrale Sedimentationsanlagen eingesetzt, deren Reinigungsleistung über Prüfungen belegt wird.

Regenklärbecken mit und ohne Dauerstau

Die beiden Bauarten unterscheiden sich darin, ob außerhalb von Regenereignissen ein Wasserstand im Becken gehalten wird. Daraus ergeben sich Unterschiede in Absetzwirkung, Leichtstoffrückhalt und Betrieb.

Merkmal Mit Dauerstau Ohne Dauerstau
Wasserstand bei Trockenwetter ständig gefüllt bis zur Ablaufschwelle nach dem Ereignis entleert
Absetzwirkung auch bei kleinen Zuflüssen, Verdrängung des Beckeninhalts Absetzen während des Einstaus und der Entleerung
Leichtstoffrückhalt wirksam durch Tauchwand und Dauerstau eingeschränkt, Rückhalt nur während des Einstaus
Schlammräumung in längeren Intervallen, Schlamm unter Wasser nach Ereignissen, Schlamm trocken zugänglich
Typischer Einsatz Straßen und Flächen mit Havarierisiko kleinere Einzugsgebiete, Kombination mit Rückhaltung

Becken mit Dauerstau sind die Regelbauweise für stark belastete Verkehrsflächen, weil sie auch ausgelaufene Leichtflüssigkeiten bei Unfällen zurückhalten. Becken ohne Dauerstau vermeiden dagegen anaerobe Verhältnisse und Geruchsbildung im stehenden Wasser.

Bemessung des Regenklärbeckens über die Oberflächenbeschickung

Zentrale Bemessungsgröße ist die Oberflächenbeschickung, also der kritische Zufluss bezogen auf die Beckenoberfläche, angegeben in m/h. Je kleiner dieser Wert, desto feinere Partikel setzen sich ab. Der kritische Zufluss wird aus der angeschlossenen befestigten Fläche und einer kritischen Regenspende ermittelt, die den behandlungsbedürftigen Anteil des Jahresabflusses abdeckt. Aus der zulässigen Oberflächenbeschickung ergibt sich die erforderliche Beckenoberfläche.

Zusätzlich sind die horizontale Fließgeschwindigkeit zu begrenzen, ein günstiges Verhältnis von Länge zu Breite zu wählen und ausreichend Schlammraum vorzusehen. Ein- und Auslaufbereiche werden so gestaltet, dass sich die Strömung gleichmäßig über den Querschnitt verteilt und keine Kurzschlussströmungen entstehen. Die konkreten Grenzwerte für Oberflächenbeschickung, Fließgeschwindigkeit und Mindestabmessungen sind dem jeweils anzuwendenden Regelwerk zu entnehmen, für Straßen den REwS, im Übrigen DWA-A 102-2 und länderspezifischen Vorgaben. Bei der Planung im Bestand ist zu prüfen, ob ältere, nach RAS-Ew bemessene Becken die heutigen Anforderungen an den Feststoffrückhalt erfüllen.

Leichtstoffrückhalt, Ausrüstung und Wartung

Die Tauchwand vor dem Ablauf ist das zentrale Ausrüstungselement für den Leichtstoffrückhalt: Schwimmstoffe und aufschwimmende Leichtflüssigkeiten sammeln sich vor der Wand und können abgesaugt werden. Für einen dauerhaft wirksamen Betrieb umfasst die Ausrüstung typischerweise:

  • Trennbauwerk oder Beckenüberlauf zur Begrenzung des Zuflusses auf den kritischen Abfluss
  • Tauchwand mit ausreichender Eintauchtiefe vor der Ablaufschwelle
  • Absperrschieber im Ablauf, um bei Unfällen mit wassergefährdenden Stoffen den Beckeninhalt zurückzuhalten
  • befahrbare Zufahrt und Rampe oder Absaugöffnungen für die Schlammräumung
  • Peilmöglichkeit für den Schlammspiegel und Einrichtungen zur Dokumentation

Zur Wartung gehören regelmäßige Sichtkontrollen, das Absaugen von Leichtflüssigkeiten, die Schlammräumung vor Erreichen des Schlammraumvolumens und die fachgerechte Entsorgung des Räumguts. Alle Maßnahmen sind im Betriebstagebuch festzuhalten. Bei offenen Becken kommen Gehölzpflege, Mahd und die Kontrolle der Böschungen und Einzäunung hinzu.

Verwandte ViaCon-Lösungen

Als dezentrale Alternative oder Ergänzung zum Becken beschreibt ViaCon Treat Solutions hydrodynamische Wirbelabscheider in vorgefertigten Schachtanlagen. Den planerischen Rahmen erläutert die Seite Regenwasserbewirtschaftung. Im Glossar finden Sie die Sedimentationsanlage als Oberbegriff, die Straßenentwässerung als typischen Anwendungsfall, den Leichtflüssigkeitsabscheider für Mineralöle und den Begriff Niederschlagswasser.

Häufige Fragen zu Regenklärbecken

Was ist ein Regenklärbecken?

Ein Regenklärbecken ist ein Absetzbecken im Trennsystem, das Niederschlagswasser von befestigten Flächen vor der Einleitung in ein Gewässer behandelt. Absetzbare Feststoffe sinken zu Boden, eine Tauchwand hält Schwimmstoffe und Leichtflüssigkeiten zurück. Eingesetzt wird es vor allem an Straßen, Autobahnen und auf Gewerbeflächen, deren Abfluss als behandlungsbedürftig eingestuft ist. Ein nachgeschaltetes Rückhaltebecken übernimmt häufig die Drosselung.

Was ist der Unterschied zwischen Regenklärbecken und Regenrückhaltebecken?

Das Regenklärbecken verbessert die Wasserqualität, indem es Feststoffe und Leichtflüssigkeiten zurückhält. Das Regenrückhaltebecken begrenzt dagegen die Abflussmenge, indem es Abflussspitzen speichert und gedrosselt an das Gewässer abgibt. Häufig werden beide hintereinander angeordnet: zuerst die Behandlung im Klärbecken, danach die Drosselung im Rückhaltebecken. Die Bemessung erfolgt jeweils getrennt nach eigenen Kriterien und Regelwerken.

Wie wird ein Regenklärbecken bemessen?

Aus der angeschlossenen befestigten Fläche und einer kritischen Regenspende wird der kritische Zufluss ermittelt. Über die zulässige Oberflächenbeschickung ergibt sich daraus die erforderliche Beckenoberfläche. Ergänzend werden horizontale Fließgeschwindigkeit, Länge-Breite-Verhältnis und Schlammraum festgelegt. Die Grenzwerte stammen für Straßen aus den REwS, ansonsten aus DWA-A 102-2 und den länderspezifischen Vorgaben der zuständigen Wasserbehörden.

Wann wird ein Regenklärbecken mit Dauerstau gebaut?

Ein Becken mit Dauerstau wird bevorzugt, wenn ein wirksamer Rückhalt von Leichtflüssigkeiten erforderlich ist, etwa an Autobahnen, Bundesstraßen und Flächen mit Unfall- oder Havarierisiko. Der ständige Wasserstand sorgt dafür, dass auch kleine Zuflüsse geklärt werden und aufschwimmende Stoffe vor der Tauchwand verbleiben. Becken ohne Dauerstau eignen sich eher für kleinere, gering belastete Einzugsgebiete ohne besonderes Havarierisiko.