Überführung — Bridges & Culverts Solutions

Eine Überführung ist ein Brückenbauwerk, das einen Verkehrsweg über einen anderen Verkehrsweg, ein Gewässer oder ein sonstiges Hindernis hinwegführt. Benannt wird sie nach dem oben liegenden Verkehrsweg: Eine Straßenüberführung trägt eine Straße, eine Eisenbahnüberführung eine Bahnstrecke, eine Fußgängerüberführung einen Geh- und Radweg, eine Wildtierüberführung einen Wanderkorridor für Tiere. Aus Sicht des unten liegenden Weges ist dasselbe Bauwerk eine Unterführung. Planung und Bemessung richten sich nach den Regelwerken des jeweiligen Baulastträgers, im Straßenbau unter anderem nach RAA und RASt, im Eisenbahnbau nach der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) und den Richtlinien der Infrastrukturbetreiber. Maßgebende Größen sind lichte Weite und lichte Höhe.

Arten der Überführung

Die Einteilung erfolgt nach dem überführten Verkehrsweg. Daraus ergeben sich Lastannahmen, Breiten und Ausstattung des Bauwerks.

Art Überführter Weg Typisches Hindernis Besonderheit
Straßenüberführung Straße Autobahn, Bahnstrecke, Gewässer Verkehrslasten nach DIN EN 1991-2, Schutzeinrichtungen, Entwässerung
Eisenbahnüberführung Bahnstrecke Straße, Weg, Gewässer hohe Steifigkeitsanforderungen, Schotterbett oder feste Fahrbahn
Fußgänger- und Radwegüberführung Geh- und Radweg Straße, Bahnstrecke, Gewässer geringere Lasten, Rampen mit barrierefreien Steigungen
Wildtierüberführung Grünkorridor Autobahn, Bahnstrecke große Breite, Erdüberdeckung, Bepflanzung und Leitstrukturen

Weitere Sonderformen sind Kanalbrücken, die eine Wasserstraße über einen Verkehrsweg führen, sowie Leitungsbrücken. An Kreuzungen von Straße und Schiene regelt das Eisenbahnkreuzungsgesetz unter anderem Zuständigkeiten und Kostenteilung zwischen den Beteiligten; bei Kreuzungen von Straßen gelten die straßenrechtlichen Bestimmungen. Welche Art vorliegt, bestimmt damit auch, welcher Baulastträger für Prüfung, Unterhaltung und spätere Erneuerung des Bauwerks zuständig ist.

Überführung und Unterführung: Abgrenzung nach Perspektive

Ob ein Bauwerk Überführung oder Unterführung heißt, hängt allein vom Standpunkt ab. Im Eisenbahnwesen haben sich feste Bezeichnungen etabliert: Eine Eisenbahnüberführung, kurz EÜ, führt die Bahn über eine Straße, einen Weg oder ein Gewässer. Eine Straßenüberführung, kurz SÜ, führt dagegen eine Straße über die Bahn. Für Autofahrer, die unter einer Eisenbahnüberführung hindurchfahren, ist dasselbe Bauwerk umgangssprachlich eine Bahnunterführung. In Bauwerksverzeichnissen, Ausschreibungen und Kreuzungsvereinbarungen sollte deshalb stets der Fachbegriff aus Sicht des getragenen Verkehrswegs verwendet werden, weil davon Zuständigkeiten, anzuwendende Regelwerke und Kostenteilung abhängen. Im Straßenbau gilt dieselbe Logik: Eine Überführung im Zuge einer Gemeindestraße über eine Bundesstraße ist aus Sicht der Bundesstraße eine Unterführung. Bei Fußgängerbauwerken bezeichnet Unterführung dagegen meist ein eigenständiges Bauwerk unter dem Verkehrsweg, etwa einen Fußgängertunnel, während die Fußgängerüberführung als Steg über die Fahrbahn führt.

Lichte Höhe und Durchfahrtshöhe unter einer Überführung

Die lichte Höhe ist der senkrechte Abstand zwischen der Oberkante des unten liegenden Verkehrswegs und der Unterkante des Überbaus. Sie muss den lichten Raum des unterführten Weges dauerhaft freihalten, einschließlich Reserven für spätere Fahrbahnerneuerungen und Verformungen des Überbaus. Für Straßen geben RAA und RASt den lichten Raum vor; die Durchfahrtshöhe beträgt typisch mindestens 4,50 m, bei Autobahnen und Neubauten werden Zuschläge für spätere Deckenerneuerungen vorgesehen. Führt eine Straßenüberführung über eine Bahnstrecke, ist der Regellichtraum nach EBO einzuhalten, bei elektrifizierten Strecken einschließlich des Oberleitungsbereichs. Für Geh- und Radwege genügen geringere lichte Höhen. Ist die vorhandene Durchfahrtshöhe kleiner als der Regelwert, muss sie beschildert und das Bauwerk gegebenenfalls gegen Anprall gesichert werden. Bei Ersatzneubauten ist die Anhebung der lichten Höhe oft ein wesentlicher Planungsgrund, kann aber Gradientenänderungen und Rampen an beiden Seiten nach sich ziehen. Die horizontale Bezugsgröße bildet die lichte Weite zwischen den Unterbauten.

Bauweisen von Überführungen

Die Bauweise richtet sich nach Spannweite, verfügbarer Bauhöhe, Baugrund und den Möglichkeiten der Bauausführung unter laufendem Verkehr:

  • Massivbrücken aus Stahl- oder Spannbeton als Platten-, Rahmen- oder Hohlkastenbauwerk, auch in Fertigteilbauweise
  • Stahl- und Stahlverbundbrücken mit geringer Bauhöhe und hohem Vorfertigungsgrad, geeignet für kurze Sperrpausen
  • Bogenbauwerke aus Betonfertigteilen, die im Bodenverbund tragen
  • Wellstahlbauwerke im Bodenverbund für kleine bis mittlere Spannweiten, etwa als Eisenbahn- oder Wildtierüberführung
  • Grünbrücken mit großer Breite und Erdüberdeckung zur Vernetzung von Lebensräumen

Bei Überführungen über Bahnstrecken und Autobahnen bestimmt häufig die Bauzeit unter Verkehr die Wahl: Vorgefertigte Überbauten, die in kurzen Sperrpausen eingehoben oder eingeschoben werden, reduzieren Eingriffe in den Betrieb. Bodenverbundbauwerke kommen ohne Lager und Fahrbahnübergänge aus, was den späteren Erhaltungsaufwand senkt. Gestalterische Anforderungen im Stadt- und Landschaftsbild können die Wahl zusätzlich beeinflussen.

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Konkrete Bauwerkslösungen beschreiben die Seiten zur Eisenbahnüberführung, zu Wildtierüberführungen und zur Stahlbrücke. Ergänzend erläutern die Glossareinträge die Unterführung als Gegenbegriff, die Fußgängerbrücke, die Grünbrücke als Sonderform der Wildtierüberführung und die lichte Weite als maßgebende Bauwerksgröße.

Häufige Fragen zu Überführungen

Was ist eine Überführung?

Eine Überführung ist ein Bauwerk, das einen Verkehrsweg über einen anderen Verkehrsweg oder ein Hindernis wie ein Gewässer führt. Sie wird nach dem oben liegenden Weg benannt, etwa als Straßen-, Eisenbahn-, Fußgänger- oder Wildtierüberführung. Technisch handelt es sich um eine Brücke; der Begriff betont jedoch die Kreuzung zweier Verkehrswege. Für den darunter verlaufenden Weg ist dasselbe Bauwerk eine Unterführung.

Was ist der Unterschied zwischen Überführung und Unterführung?

Beide Begriffe können dasselbe Bauwerk bezeichnen, nur aus unterschiedlicher Perspektive. Die Überführung ist nach dem oben verlaufenden Verkehrsweg benannt, die Unterführung nach dem unten hindurchführenden. Eine Eisenbahnüberführung führt also die Bahn über die Straße, für die Straße ist sie eine Unterführung. In Planung und Verwaltung wird üblicherweise der Begriff aus Sicht des getragenen Verkehrswegs verwendet.

Welche Durchfahrtshöhe ist unter einer Überführung erforderlich?

Unter Überführungen über Straßen wird für den Kraftfahrzeugverkehr in der Regel eine Durchfahrtshöhe von mindestens 4,50 m vorgesehen, bei Autobahnen und Neubauten mit Zuschlägen für spätere Deckenerneuerungen. Über Bahnstrecken gilt der Regellichtraum nach EBO einschließlich des Oberleitungsbereichs. Die konkreten Werte sind den Richtlinien des jeweiligen Baulastträgers zu entnehmen. Geringere Höhen bei Bestandsbauwerken müssen beschildert werden.

Was ist eine Eisenbahnüberführung?

Eine Eisenbahnüberführung, abgekürzt EÜ, ist ein Bauwerk, das eine Bahnstrecke über eine Straße, einen Weg oder ein Gewässer führt. Den umgekehrten Fall, eine Straße über die Bahn, bezeichnet man als Straßenüberführung. Eisenbahnüberführungen müssen hohe Verkehrslasten und strenge Verformungsgrenzen erfüllen und werden oft in kurzen Sperrpausen errichtet. Für kleinere Spannweiten kommen neben Beton- und Stahlüberbauten auch Bodenverbundbauwerke zum Einsatz.