Regenwasserrückhaltung
Starkregen kontrollieren, Infrastruktur schützen
Die Regenwasserrückhaltung ist die zentrale Maßnahme, um die bei Starkregen entstehenden, gewaltigen Wassermengen zu beherrschen. Das Ziel ist es, den Regenabfluss von versiegelten Flächen temporär zu speichern und ihn gedrosselt und zeitverzögert in die Kanalisation einzuleiten. ViaCon bietet hierfür großvolumige, unterirdische Rückhaltetanks aus Wellstahl, die eine sichere, wirtschaftliche und platzsparende Lösung für jedes Bauvorhaben darstellen.
Das Prinzip der Regenwasserrückhaltung
Bei einem Starkregenereignis fällt in kurzer Zeit eine große Menge Niederschlag. Würde dieses Wasser ungehindert von Dächern, Straßen und Parkplätzen in die Kanalisation fließen, wäre diese sofort überlastet.
Die Regenwasserrückhaltung löst dieses Problem: Das anfallende Wasser wird in einem unterirdischen Retentionsbecken gesammelt. Eine Drosselvorrichtung am Ausgang des Beckens sorgt dafür, dass nur eine geringe, vorab definierte Wassermenge in die Kanalisation abgegeben wird – eine Menge, die das öffentliche Netz problemlos verarbeiten kann. So wird eine direkte Entlastung der Kanalisation erreicht und Überflutungen werden effektiv verhindert.
Wann ist die Regenwasserrückhaltung gesetzlich vorgeschrieben?
Die rechtliche Grundlage für die Regenwasserrückhaltung in Deutschland ergibt sich aus dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG), den Landeswassergesetzen und den kommunalen Entwässerungssatzungen. In der Praxis wird eine Rückhaltung verpflichtend, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
- Neuversiegelung von mehr als 800 m² (Schwellenwert variiert je Bundesland)
- Anschluss an ein Mischwasser- oder Trennsystem mit limitierter Restkapazität
- Vorgaben aus dem Bebauungsplan oder einer Erschließungsgenehmigung
- Auflagen der Unteren Wasserbehörde im wasserrechtlichen Genehmigungsverfahren
In den meisten Bundesländern wird zudem die Trennung von Niederschlagswasser und Schmutzwasser gefordert (Trennsystem), wodurch die Rückhaltung von Regenwasser noch wichtiger wird. Bei konkreten Bauvorhaben empfehlen wir eine frühzeitige Abstimmung mit der zuständigen Behörde — unsere Ingenieure unterstützen Sie bei Bemessungsanträgen und Genehmigungsunterlagen.
Drosselabflussberechnung — die hydraulische Kernformel der Regenwasserrückhaltung
Die zentrale technische Aufgabe der Regenwasserrückhaltung ist die Bemessung des Drosselabflusses — also der Wassermenge, die das Speicherbauwerk zeitverzögert in die Kanalisation oder das Gewässer abgibt. Eine zu hohe Drossel führt zur Überlastung des nachgelagerten Netzes, eine zu niedrige zu unwirtschaftlich großen Speichervolumina.
Drosseltypen in der Praxis
Die Auswahl des Drosseltyps beeinflusst die Genauigkeit der Abflussbegrenzung und damit die Effizienz der gesamten Regenwasserrückhaltung. Drei Bauarten werden in der Praxis eingesetzt:
1. Wirbeldrossel (Vortex)
Selbstregulierend ohne bewegliche Teile. Bei steigendem Wasserstand erzeugt der Wirbel einen wachsenden Strömungswiderstand, sodass die Abflussmenge nahezu konstant bleibt. Genauigkeit: ±5 %. Wartungsarm und unempfindlich gegen Verschmutzung. Empfohlen für die meisten Anwendungen.
2. Schieberdrossel
Manuell oder motorisch verstellbarer Querschnitt. Vorteil: präzise einstellbar und nachträglich anpassbar. Nachteil: erfordert regelmäßige Wartung und kann bei Sedimentablagerung blockieren. Sinnvoll in stark schwankenden oder phasenweise umgenutzten Einzugsgebieten.
3. Lochblendendrossel
Einfache, kostengünstige Lösung mit fester Öffnung. Nachteil: Drosselmenge variiert stark mit dem Wasserstand (Q ∝ √h), was zu unkontrollierten Abflussspitzen bei vollem Becken führt. Nur für kleine Anlagen mit sehr robusten Einzugsverhältnissen empfohlen.
Die zulässige Drosselmenge (Qzul)
Qzul wird in den meisten Fällen von der zuständigen Behörde (Stadtentwässerung, Untere Wasserbehörde) vorgegeben. Übliche Vorgabewerte:
- 1 l/(s·ha) — sehr restriktive Vorgabe in sensiblen Einzugsgebieten
- 3–5 l/(s·ha) — typischer Wert in deutschen Kommunen
- 10 l/(s·ha) — bei großzügiger Vorgabe oder schwach belasteter Vorflut
Erforderliches Speichervolumen (VS)
Nach DWA-A 117 wird das erforderliche Speichervolumen über die kritische Regendauer ermittelt:
VS = (Qzu − Qab) · tD,kritisch · fS
mit Qzu = Zufluss in das Becken, Qab = Drosselabfluss, tD,kritisch = kritische Regendauer (KOSTRA-DWD), fS = Sicherheitsbeiwert.
Bei der praktischen Auslegung iterieren unsere Ingenieure über mehrere Regendauern (5 min bis 12 h), um die ungünstigste Kombination zu identifizieren — diese bestimmt das endgültige Speichervolumen.
Regenwasserrückhaltung — Normen, Dimensionierung und technische Lösungen
Regenwasserrückhaltung (auch Retention genannt) bezeichnet die kontrollierte Zwischenspeicherung von Niederschlagswasser, um Abflussspitzen bei Starkregen zu dämpfen und nachgelagerte Gewässer sowie Kanalnetze vor Überlastung zu schützen. Die Bemessung erfolgt in Deutschland nach DWA-A 117 (Bemessung von Regenrückhalteräumen) unter Berücksichtigung des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) und kommunaler Einleitungsbeschriinkungen.
Kombinierte Systeme
Häufig wird die Rückhaltung mit einer anschließenden Versickerung oder Nutzung des gespeicherten Wassers kombiniert. ViaCon bietet hierfür durchgängige Lösungen — von der Retentionsbecken-Planung über Versickerungssysteme bis hin zur Regenwassernutzung.
Geringes Gewicht
Unsere Produkte haben ein geringes Gewicht und sind daher einfach zu versenden und zu installieren.
Kurze Installationszeiten
Minimaler Ausrüstungs- und Arbeitsaufwand.
Niedrige Installationskosten
Die Installation erfordert keine zusätzlichen Materialkosten.
Starke Struktur
Es ist nicht erforderlich, eine Lastverteilungsplatte über den Tanks anzubringen.
Kundenspezifische Lösungen
Dank unserer eigenen Produktion können wir unsere Produkte anpassen.
Umweltfreundlich
Durch die richtige Pflege des Wassers kann es wieder verwendet werden.
Anwendungen
- Parkplätze
- Straßen
- Lagerhäuser
- Logistikzentren
- Parks
- Wohngebiete
Wie Regenwasserrückhaltung in der Praxis funktioniert
Die technische Umsetzung der Regenwasserrückhaltung realisieren wir durch unterirdische Retentionsbecken und großvolumige Regenspeicher. Das Hauptziel dieser Maßnahmen ist die gezielte Entlastung der Kanalisation bei Spitzenabflüssen. Damit sind sie ein wesentlicher Bestandteil für aktive Hochwasserschutzsysteme, die urbane Gebiete vor Überflutungen schützen.
Bei der Regenwasserrückhaltung (Retention) wird das Wasser zwischengespeichert und kontrolliert in die Kanalisation oder ein Gewässer abgeleitet. Das Ziel ist die Kappung von Abflussspitzen. Bei der Regenwasserversickerung (Infiltration) wird das Wasser hingegen gesammelt und gezielt in den Untergrund abgegeben, um das Grundwasser zu speisen und die Kanalisation gar nicht erst zu belasten.
Eine Regenwasserrückhaltung ist immer dann notwendig, wenn große versiegelte Flächen neu erschlossen werden oder wenn die örtlichen Behörden eine gedrosselte Einleitung des Regenwassers in die Kanalisation vorschreiben. Dies ist in den meisten Neubau-, Gewerbe- und Industriegebieten in Deutschland heute Standard.
Unsere Rückhaltetanks bestehen aus hochfestem, feuerverzinktem Wellstahl. Dieses Material ist extrem langlebig (über 100 Jahre Nutzungsdauer), zu 100 % recycelbar und dabei so leicht, dass die Installation schnell und mit geringem maschinellem Aufwand erfolgen kann.
Ja. Unsere Systeme zur Regenwasserrückhaltung sind statisch so ausgelegt, dass sie auch hohen Verkehrslasten (SLW 60) standhalten. Sie können daher ideal unter Parkplätzen oder Zufahrtsstraßen installiert werden, wodurch keine wertvolle Grundstücksfläche verloren geht.
Die Bemessungsregenhäufigkeit n gibt an, mit welcher statistischen Wiederkehr ein Regenereignis bemessen wird. In Deutschland wird üblicherweise n = 0,2/a (entspricht einem 5-jährlichen Regen) für Wohngebiete und n = 0,1/a (10-jährlich) für Gewerbe- und Industriegebiete verwendet — gemäß DWA-A 118. Bei sensiblen Anlagen (Krankenhäuser, U-Bahnen) werden auch 100-jährliche Regen herangezogen. Die KOSTRA-DWD-Datenbank stellt für jeden Standort die Niederschlagshöhen für verschiedene Wiederkehrzeiten zur Verfügung.
Regenwasserrückhaltung (Retention) ist eine kurzzeitige Zwischenspeicherung mit unmittelbar nachfolgender gedrosselter Abgabe — Ziel: Schutz der Kanalisation vor Überlastung. Regenwasserspeicherung (oft auch Regenwassernutzung) ist eine langzeitige Speicherung mit anschließender Verwendung — Ziel: Brauchwasser für Bewässerung, WC-Spülung oder Reinigungszwecke. Beide Funktionen können in einer kombinierten Anlage realisiert werden.
